Takeover – meine Mama berichtet❤️

„Machen ist wie wollen, nur krasser“

(ausgesucht von Mama)

05.05.2019

Nachdem Fides sich am 17.2. auf den Weg Richtung Nepal gemacht hatte, war zunächst gar nicht ausgemacht, dass wir sie besuchen. Aber die Kombination aus großer Entfernung und Dauer machten die Sehnsucht nach ihr so groß, dass wir im April nach Kathmandu geflogen sind. Beladen mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln wie Schokolade und Nutella kamen wir am 20.4. in Kathmandu an und der erste Schlag traf uns als wir aus der klimatisierten Flughafenhalle vor den Flughafen traten: Lärm, Staub, unzählbare Autos und Menschen, Gehupe, Hitze. Es war der Zaubertür-Moment; man war durch 12 Stunden Flug komplett in eine andere Welt gebeamt worden.
Ich brauchte ein bisschen um anzukommen; mich an all die Geräuschkulissen, die Luft zu gewöhnen und um einfach straight über die Straße zu gehen, obwohl auf vier Spuren unzählige Autos und Motorräder auf einen zukamen und darauf zu vertrauen, dass mein „Ich will über die Straße gehen“ Handzeichen auch funktioniert.
Obwohl Stuttgart nicht gerade ein Luftkurort ist, war die Luft in Kathmandu teilweise so schlecht, dass die Atemmaske unerlässlich war. Und das ist nur ein Beispiel dafür, wie relativ alles ist.Wenn wir in Deutschland von Unbequemlichkeiten sprechen oder genervt von Verkehrsstaus sind, dann ist das in Kathmandu Alltag, über den sich niemand aufregen würde. Wenn in Kathmandu stundenlang Stromausfall ist, dann wird darüber nicht weiter lamentiert, wohingegen in Deutschland die Angst vorm Blackout grassiert. Wir hatten ein Erdbeben der Stärke 4,7 , mit denen die Menschen hier regelmäßig konfrontiert werden (44.000 kleinere Beben seit 2015).
Leitungswasser, mit dem man sich nicht die Zähne putzen kann, unzureichende ärztliche Versorgung für viele, Armut; uns wurde täglich vor Augen geführt wie privilegiert und wohlstandsgepampert wir in Europa leben.Wir haben in unserer Zeit in Kathmandu viele tolle Stellen besichtigt, waren in Klöstern und an anderen historischen Plätzen, aber dennoch konnte ich auf die Frage „War es schön?“ nicht mit ja antworten, weil schön das falsche Adjektiv ist. Es war beeindruckend, augenöffnend, hat vieles relativiert und war dadurch sehr inspirierend.Ich war beeindruckt von den Volunteers, die im Haus der Hoffnung ohne Berührungsängste, fröhlich und motiviert ihr Ding gemacht haben, die trotz ihrer westlichen Sozialisierung ohne Probleme in ihr neues Leben mit Magen-Darm, wenig Komfort (oft eine Toilette für 11 Personen….remember Magen-Darm…), ungewöhnliche Aufstehzeiten (5.00 Uhr früh), anderes Essen und Klima und 90 Kindern geschlüpft sind. Diese Mädchen und jungen Frauen haben mich echt damit beeindruckt, wie liebevoll, fröhlich und geduldig sie mit den Kindern des Waisenhauses umgegangen sind, wie toll sie miteinander waren und all das Unkomfortable gehandelt haben. Chapeau!Es war natürlich wunderbar Fides nach so langer Zeit wieder in die Arme schließen zu können (ein sehr intensiver Moment) und zu sehen, wie gut es ihr dort geht, wie super sie sich entwickelt auf ihrem Weg ins „Erwachsenenleben“. Und es ist doch super, wohin einen die Kinder so führen  …ich bin gespannt, wo wir Fides das nächste Mal besuchen 😉
Nach 35 Stunden (danke liebe Fluggesellschaft) sind wir wieder zurück in Stuttgart angekommen, nicht ohne einen tiefen Atemzug zu nehmen und uns zu denken „Wow, richtig gute Luft hier“.Und ja, die Reise wirkt nach und ich hoffe, dass es ein nächstes Mal geben wird.

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